Derivate können als …
… Festgeschäfte (Futures),
… Optionsgeschäfte oder
… Finanzswaps vollzogen werden.
Bei den
Optionen wird ein Kaufvertrag über ein Optionsrecht abgeschlossen. Der Käufer erwirbt damit das Recht, einen Basiswert (z.B.
Aktie) zum vereinbarten Basispreis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Bei den
Futures wird vereinbart, dass ein Basiswert zu einem späteren Zeitpunkt zu einem bei Vertragsabschluss vereinbarten Kaufpreis geliefert werden soll. Der Unterschied dieser beiden Geschäfte ist nur, dass bei den Optionen schon bei Vertragsabschluss eine Optionsprämie gezahlt wird und die Option vom Erwerber
nicht ausgeübt werden
muss. Bei den Futures zahlt man zwar keine Prämie, doch
bei Fälligkeit (vereinbarter Zeitpunkt)
muss das Geschäft
erfolgen, d.h. der Käufer zahlt den vereinbarten Kaufpreis und der Verkäufer liefert den Basiswert in der abgesprochenen Menge.
Ein
Finanzswap ist ein terminiertes Tauschgeschäft über Zahlungsverpflichtungen in verschiedenen Währungen oder Zinsverpflichtungen (z.B. feste gegen variable Zinsverpflichtung auf einen Kapitalbetrag).
Gehandelt werden Derivate sowohl an der Börse als auch außerbörslich an „Over-the-Counter-Märkten“ (OTC-Märkten).
Ein Grund für die enorme Anziehungskraft von Derivaten liegt darin begründet, dass die Anleger mit wesentlich niedrigerem Kapitaleinsatz als beim direkten Kauf oder Verkauf der Basiswerte spekulieren. Entscheidet der Anleger sich für ein Derivat, so kann er mit einem relativ kleinen Kapitalaufwand einen relativ großen Kapitalertrag erzielen. In diesem Zusammenhang spricht man von einer Hebelwirkung.
Die Derivate vervollständigen die Finanzmärkte, indem sie einige Risikofaktoren handelbar machen. Sie dienen …
… der spekulativen Ausnutzung von
-> Preisänderungen (Trading) und
-> Preisdifferenzen an unterschiedlichen Märkten zur gleichen Zeit (Arbitrage)
und
… der Absicherung gegen Risiken aus erwarteten Preisänderungen (Hedging).