Das Phänomen wurde bereits Mitte der 70er Jahre wissenschaftlich untersucht.
Das Ergebnis war eindeutig:
Wer den Ausgang eines Prozesses bereits kennt, der erinnert sich später systematisch falsch an seine früheren Erwartungen. Dadurch erhält man den Eindruck, das Geschehene eigentlich doch so oder zumindest so ähnlich vorausgesagt zu haben.
An den Finanzmärkten kann das beispielsweise im Bezug auf die Entwicklung einzelner
Aktien, bestimmter Branchen oder einer Währung der Fall sein. Viele Anleger glauben deshalb in der Rückschau, mit ihren Prognosen nahe an der Realität gewesen zu sein. Auf diese Weise lässt das Hindsight-Phänomen die Investoren meinen, sie könnten künftige Marktentwicklungen nun ebenfalls präzise voraussagen. Gestützt auf diesen Glauben, gehen die Anleger dann unter Umständen weitaus höhere Risiken ein, als auf Basis einer nüchternen Analyse sinnvoll wäre.