Herrscht in einer Volkswirtschaft also eine Preislücke vor, so hat die Zentralbank die
Geldmenge erhöht, die allerdings weder durch eine Kapazitätsauslastung der vorhandenen Ressourcen noch durch Preissteigerungen im Preisniveau ausgeglichen wird.
Die Preislücke ist daher auch ein Inflationsindikator, der den vom Gütermarkt (Auslastungsgrad) und vom Geldmarkt (Liquiditätsgrad) ausgehenden Inflationsdruck definiert. Statistisch ermittelt man die Preislücke wie folgt:
Preislücke = P – P* P … tatsächliches Preisniveau
P* … gleichgewichtiges Preisniveau
Die Lücke erfasst das Inflationspotential sowohl einer bereits realisierten Güternachfrage (Nachfrageüberhang) als auch einer potentiellen Nachfrage (Liquiditätsüberhang).