Anders als bei anderen Finanzierungen, wo beispielsweise auf die Bonität der Sponsoren oder auf die Zahlungsfähigkeit der Auftraggeber der Unternehmen (bei Auftragsfinanzierungen) abgezielt wird, basiert die Projektfinanzierung im Wesentlichen auf der erwarteten Projektwirtschaftlichkeit, d.h. welchen Ertrag (Kapitalfluss; Cash Flow) erzielt das Projekt zukünftig. Es handelt sich also um eine
Cash-flow-orientierte Kreditvergabe (engl.: Cash-flow-related-lending). Die SPV ist verpflichtet, die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit des Projektes detailliert nachzuweisen und darzulegen.
Hauptaugenmerk legen die Kreditgeber dabei auch auf die Wahrscheinlichkeit Fertigstellung des Projektes, da für sie das Risiko besteht, dass das Projekt eben nicht durchgezogen wird und damit auch kein positiver Cash Flow zu erwarten ist (Fertigstellungsrisiko, engl.: Completion Risk).
Um die Risiken wirtgehen abzufangen, werden Projektfinanzierung entsprechend besichert. Dabei greifen die
Kreditgeber sowohl auf Grundschulden als auch auf Sicherungsübereignungen von Anlagegegenständen oder Abtretung von Rechten aus Verträgen der Sponsoren mit Dritten zurück.
Der grobe Ablauf einer Projektfinanzierung sieht also wie folgt aus: 1. Zusammenschluss von Unternehmen (Sponsoren) für ein gemeinsames Projekt
2. Gründung der Projektgesellschaft (SPV)
3. Erarbeitung eines Konzeptes sowie des Finanzmodells
4. Suche nach Finanzierer
5. Aushandlung Kreditverträge
6. Stellung der Sicherheiten
7. Auszahlung der Finanzmittel
8. Projektdurchführung
9. Projektcontrolling
10. Rückzahlung der Finanzierung über Cash Flow