Anleger neigen dazu, sichere Kapitalanlagen zu tätigen, um kein „unnötiges“ Risiko einzugehen. Allerdings müssen sie auf Grund der geringeren Risikobereitschaft auch mit Einbußen im Bereich der Renditeerträge rechnen, denn grundsätzlich gilt:
Je höher die Risikobereitschaft, desto höher die Gewinn- bzw. Ertragschancen, aber auch desto höher die Verlustgefahren. Grundsätzlich ist die Risikoaversion der Marktteilnehmer eine schwer zu beobachtende Größe. Daher greift man für ihre Schätzung auf geeignete theoretische Modelle oder empirische Näherungsvariablen zurück. Dabei ist zu beobachten, dass die Risikoaversion vor Allem in Zeiten der Rezession sowie beim Bekanntwerden ungünstiger, makroökonomischer Daten (z.B. Inflation, Konjunkturschock etc.) zunimmt.
Eine Möglichkeit, die Risikoaversion der Anleger zu messen, ist die Analyse der Renditeentwicklungen langfristiger Staatsanleihen und der
Aktienmarktindizes. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass Anleihen in der Regel weniger auf Verschiebungen der Risikoneigung reagieren als Aktien. Hierbei gilt generell:
In Zeiten erhöhter Risikoaversion werden Aktienanlagen abgestoßen und Anleihewerte gekauft. Die Preise der beiden Werte korrelieren gegenläufig.