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Verbraucherpreisindex (VPI)
 
Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist eine statistische Kennzahl zur Messung der gewogenen durchschnittlichen Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen Deutschlands, die von privaten Haushalten zu Konsumzwecke nachgefragt (erworben) werden. Mit Hilfe des VPI können die Preisentwicklungen allgemeingültig nachgebildet werden. Er spiegelt die Teuerung in Deutschland und daraus abgeleitet die Teuerungsrate wieder.
Anwendungsgebiete des VPI sind:
•    Messung der Preisentwicklung
•    Inflationsmessung
•    Messung der Teuerung in Deutschland (Ableitung der Teuerungsrate)
•    Indikator zur Beurteilung der Geldwertentwicklung in Deutschland
•    Orientierungsmaßstab bei z.B. Lohnverhandlungen
•    Kennzahl zum Deflationieren in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung

Möchte man die Preisentwicklung im Euroraum darstellen, erfolgt eine Anpassung des VPI an einen internationalen Wert: Den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Dieser Indikator dient vor allem der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Inflationsmessung in Europa.

Berechnung des VPI
Grundlage für die Berechnung des Verbraucherpreisindex‘ ist ein Warenkorb mit relevanten Waren und Dienstleistungen, der laufend aktualisiert wird. Die Produktauswahl erfolg t im Rahmen von repräsentativen Stichproben, bei denen üblicherweise zunächst repräsentative Städte, anschließend repräsentative Geschäfte und abschließend die am häufigsten verkauften Produkte ausgewählt werden. Rund 600 Preiserheber notieren monatlich die Preise für die relevanten Produkte. Zudem werden zentral (beispielsweise im Internet oder in Katalogen) Preise erhoben. So fließen monatlich 300.000 Einzelpreise in die Erfassung, die wiederum in 700 Güterarten eingeteilt werden (Wägungsschema). Anschließend erfolgt die Ermittlung der durchschnittlichen Preisentwicklung jeder Güterart (Durchschnittsmesszahlen). Diese Kennzahl wird mit dem Ausgabenanteil gewichtet (Anteil, den die privaten Haushalte für diese Güterart durchschnittlich ausgeben). Im Ergebnis steht ein gewichteter Mittelwert für die Preisentwicklung in Deutschland (Verbraucherpreisindex).

Zur Messung der Preisentwicklungen dient ein Basisjahr mit entsprechenden Wägungszahlen, die bis zur Umstellung (in der Regel aller fünf Jahre) des Index‘ auf ein neues Basisjahr unverändert bleiben (= Laspeyres-Formel).

Bis 2002 wurde der Verbraucherpreisindex für Deutschland als „Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte Deutschland“ bezeichnet.
 
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Stichworte:
Verbraucherpreisindex, VPI, Preisindex, Verbraucherpreise, Warenkorb, Wägungsschema, Laspeyres
 
 
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