Äquivalenzprinzip

Das Äquivalenzprinzip ist ein weitläufiger Begriff und findet in vielen Bereichen Anwendung. Das Wort „Äquivalenz“ stammt von den lateinischen Begriffen „aequus“, d.h. „gleich“, und „valere“, d.h. „wert sein“.

Das Prinzip ist unter Anderem im steuerlichen Bereich, in der Arbeitswissenschaft, im Bereich der privaten Versicherungen, in der Physik oder auch in der Chemie zu finden.

Steuerlicher Bereich
In diesem Bereich definiert das Prinzip, die Ausgestaltung des Finanzierungsbeitrages der Bürger für staatliche Leistungen. Demnach sind alle Bürger, die aus einer staatlichen Leistung einen Vorteil ziehen, dazu verpflichtet, diese auch entsprechend selbst zu finanzieren.

Über viele Jahre wurde das Prinzip als Rechtfertigung des Staates genutzt, Steuern zu erheben. Heutzutage wird die steuerliche Erhebung allerdings mit dem Leistungsfähigkeitsprinzip erklärt.

Arbeitswissenschaft
Hier steht das Prinzip für einen Anspruch des Arbeitnehmers auf eine leistungsgerechte Bezahlung. Voraussetzung dafür ist die Bewertung der Arbeit nach Schwierigkeitsgrad und Einteilung dessen in verschiedene (Lohn)Gruppen.

Private Versicherung (z.B. Krankenversicherung, Rentenversicherung etc.)
Im Bereich der privaten Versicherungen stellt das Äquivalenzprinzip eine versicherungsmathematische Relation im Strukturprinzip dar, d.h. Leistung und Gegenleistung sollen gelichwertig sein. Die Beiträge werden deshalb entsprechend den individuellen Risikofaktoren, dem Eintrittsalter, dem Geschlecht, Vorerkranken, Selbstbehalt etc. ermittelt. Der Versicherungsnehmer zahlt nur das, was er zahlen muss.

Physik
Das Äquivalenzprinzip bedeutet, dass Gravitationen (Anziehung von Massen) alle Gegenstände unabhängig von ihrer Masse oder ihrem Material gleich beschleunigen.

Chemie
Das Prinzip ist eines der Grundbehauptungen der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein. Dem zufolge wird gesagt, dass in einer kleinen Raumregion um einen Beobachter, der sich im freien Fall befindet (innerhalb eines Gravitationsfeldes), dieselben physikalischen Bedingungen gelten, wie wenn die Gravitation nicht anwesend wäre. Allerdings erfolgt die Beobachtung nur über einen kurzen Zeitraum und nicht mit völliger Übereinstimmung, d.h. mit leichten Abweichungen.