Geldschöpfung

Unter einer Geldschöpfung versteht man im Allgemeinen die Erhöhung der Geldmenge (speziell Geldmengenbegriff M3) einer Volkswirtschaft durch diverse Aktiv- und Passivgeschäfte des gesamten Bankensystems. Hier wird also zusätzliches Geld sowohl in Form von Bar- als auch von Buchgeld (auch Giralgeld genannt) geschaffen, wobei sich die Banken eher auf die Giralgeldschöpfung konzentrieren.

An der Geldschöpfung sind hauptsächlich die folgenden Institute beteiligt:

– Geschäftsbanken
– Europäische Zentralbank (EZB)
– nationale Zentralbanken (in Dt.: Deutsche Bundesbank)

Geschäftsbanken: Grundsätzlich differenziert man hier die folgenden zwei Möglichkeiten der Geldschöpfung:

1. Passive Geldschöpfung = Umschichtung von Einlagen, die nicht zur Geldmenge gehören, in Einlagen, die zur Geldmenge zählen z.B.: Bareinzahlungen auf ein Girokonto -> Giralgeld wird neu geschaffen und die Geldmenge steigt an

2. Aktive Geldschöpfung = Schaffung von zusätzlichem Geld in Form von Buchgeld. Als Hauptquelle dient hierbei die Kreditvergabe der Institute. Die Geldmenge erhöht sich, da durch die Kredite dem Kreditnehmer ein Sichtguthaben zur Verfügung gestellt wird. Das Kapital kommt dabei entweder aus den Einlagen der Kunden oder von der Zentralbank.

Zentralbank: Mit der Geldschöpfung der Kreditinstitute steigt in der Regel auch deren Bedarf an Zentralbankgeld. Demzufolge vergibt auch diese Kredite an die Geschäftsbanken, um den Kapitalbedarf zu decken. Des Weiteren kann das neu geschaffene Bankgeld (Passive Giralgeldschöpfung der Banken) in Bargeld umgetauscht werden. Eine weitere große Rolle spielt im Zusammenhang mit den wachsenden Einlagen auch die steigenden Mindestreservepflichten.