Treuhandkonto

Ein Treuhandkonto ist eine spezielle Kontoart, auf dem Vermögen verbucht wird, welches nicht dem Kontoinhaber gehört, d.h. der Kontoinhaber hält das Konto auf eigenen Namen für fremde Rechnung.

Bei dieser Kundenbeziehung sieht die Vertragsgestaltung dann wie folgt aus:

Zwischen Bank und Treuhänder = Kontovertrag
Zwischen Treuhänder und Treugeber = Treuhandsvertrag

Grundsätzlich unterscheidet man hierbei offene und verdeckte Treuhandkonten.

1. Offenes Treuhandkonto

Bei dieser Variante wird das Konto auf den Namen des Treuhänders mit einem Zusatz zur Kennzeichnung des Treuhandverhältnisses eröffnet.

Beispiel: Truste GmbH, Sonderkonto Heinz Helm
Bei offenen Treuhandkonten werden Anderkonten und sonstige offene Treuhandkonten differenziert.

1.1 Anderkonto

Diese Form darf nur von bestimmten Berufsgruppen eröffnet werden. Dazu zählen

Sie können als Kontokorrent-, Spar-, Termingeld- und Depotkonto geführt werden. Die rechtliche Grundlage bildet neben den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) besondere Anderkonten Bedingungen.

In den Kontounterlagen müssen grundsätzlich Name und Anschrift des Treugebers vermerkt werden. Verfügungsberechtigt sind der Kontoinhaber und Bevollmächtigte. Letzteres können nur Personen sein, die selbst dazu berechtigt sind, solche Konten zu eröffnen.

1.2. Sonstige offene Treuhandkonten

Diese Formen können von gesetzlichen und privaten Treuhändern eröffnet werden, die keine Anderkonten einrichten dürfen. Darunter zählen:

Die Bezeichnung des Kontos lautet dann beispielsweise Gerhard Gerd, Nachlassverwaltung Gerda Groß

Die Bezeichnung des Kontos lautet dann beispielsweise Gerhard Gerd, Mietkautionskonto Gerda Groß

2. Verdecktes Treuhandkonto

Bei dieser Variante wird das Konto auf den Namen des Treuhänders ohne einen Zusatz zur Kennzeichnung des Treuhandverhältnisses eröffnet, d.h. das Treuhandverhältnis ist nicht erkennbar.

Für alle Treuhandkonten gibt es gewisse Regelungen. So ist bei der Eröffnung einer solchen Kontoart Folgendes zu beachten: